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Home ⋅ Dokumente ⋅ zum Ausbau der B299
 | Geschäftsstelle | Schlossstraße 104 - 92681 Erbendorf | Telefon: 09682/182754 | E-Mail: hessenreuther.wald@googlemail.com | www.hessenreuther-wald.de |
Stellungnahme zum geplanten Ausbau der B 299 zwischen dem Ortsteil Hessenreuth (Stadt Pressath) und Erbendorf
Der Verein respektiert und erkennt das Bedürfnis an, die B 299 im oben genannten Abschnitt für die Verkehrsteilnehmer sicherer zu gestalten. Hierzu schlagen wir folgende geeignete und wirtschaftlich sinnvolle Straßenverbesserungsmaßnahmen vor:
- Maßvolle Verbreiterung der bisherigen Trasse und Anbringung einer mittleren Fahrbahnabgrenzung.
- Erweiterung der Kurvenradien und gegebenenfalls Entschärfung einiger enger Kurven.
Die in der Presse präsentierten Vorplanungen des Staatlichen Straßenbauamtes Amberg-Sulzbach zum Ausbau der B 299 sind ein massiver nicht ausgleichbarer Eingriff in die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes im Bereich des Hessenreuther Berges und entsprechen in keiner Weise einem „bestandsnahen und naturverträglichem Ausbau“. Die vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in dem Schreiben vom 13. Mai 2009 an unseren Verein zugesicherte „geringstmögliche Inanspruchnahme des Naturraums“ aufgrund der „naturschutzfachlichen Bedeutung der Region“ wird bei weitem nicht erfüllt.
Wir wenden uns daher entschieden und nachdrücklich gegen die Vorplanungen des Straßenbauamtes Amberg-Sulzbach, das Neigungsprozent der Straße von derzeit maximal 16 Prozent auf künftig maximal 8 Prozent zu verringern und in diesem Zusammenhang eine „Grünbrücke“ am Abspann, dem Scheitelpunkt des Berges, einzubauen. Ebenfalls ist die in diesem Zusammenhang geplante Befestigung der land- und forstwirtschaftlichen Zufahrtswege mittels einer Asphalt- oder Betondecke zu vermeiden.
Begründung:
- Die Verringerung der Straßenneigung auf maximal 8 Prozent führt zu drastischen Einschnitten von ca. 15 bis zu 30 Metern Tiefe. Hierbei würde nicht nur das charakteristische Landschaftsbild des Hessenreuther Berges zerstört, sondern auch der Wasserhaushalt der umliegenden Wälder wirtschaftlich spürbar und nachhaltig beeinträchtigt werden.
- Der Hessenreuther Wald ist eines der noch letzten größeren und kaum mit Siedlungen und Verkehrswegen zerschnittenen Waldgebiete Nordostbayerns und besitzt daher neben der Erholungsfunktion auch eine sehr große naturschutzfachliche Bedeutung. Der Regionalplan Oberpfalz-Nord weist den Hessenreuther Wald als landschaftliches Vorbehaltsgebiet aus, in dem den Belangen des Naturschutzes und der Landschaftspflege ein besonderes Gewicht zukommt. Die drastische Reduktion der Straßenneigung und die damit verbundenen tiefen Einschnitte und Abböschungen separieren diesen Naturraum faktisch in den höheren Lagen in zwei Teile. Weitreichende negative Auswirkungen auf die Erholungsfunktion und die Biodiversität z.B. auf die Wanderung und den Austausch von Säugetieren und Amphibien wären die Folge (vgl. BIODIVERSITÄTSSTRATEGIE DESFREISTAATES BAYERN)
- Eine „Grünbrücke“, die natürlicherweise auch von Menschen begangen wird, erfüllt keine ausreichende Wander- und Vernetzungsfunktion für Wildtierpopulationen. Umfangreiche wissenschaftliche Studien belegen dies eindeutig.
- Das sehr wichtige Lokalklima für die Stadt Erbendorf, die in der direkten West-Ost Achse und demnach in der Hauptwindrichtung liegt, wird durch die Sogwirkung des tiefen und breiten Einschnittes bzw. durch die fehlende Wetterbarriere des Bergkammes gerade bei künftig zunehmenden Extremwetterlagen stark beeinträchtigt.
- Ein großes Biotop des in Bayern gefährdeten Feuersalamanders, das sich in unmittelbarer Nähe der geplanten Ausbautrasse befindet, wird zerstört.
- Die Versieglung der land- und forstwirtschaftlichen Zufahrtswege erhöht bei Starkregen und Schneeschmelze den Oberflächenabfluss und entwässert das Waldgebiet zusätzlich.
Der Verein Unser Hessenreuther Wald e.V. appelliert an die politisch und planungstechnisch Verantwortlichen die umseitig angeführten Punkte ernst zu nehmen und bei der weiteren Planung zu berücksichtigen.
Selbst eine „Tunnellösung“, die zwar ebenfalls einen nicht unerheblichen Eingriff in den Naturraum darstellen würde, wäre unter den Aspekten des Landschafts-, Natur- und Klimaschutzes diskussionswürdig und noch eher vertretbar, als der großflächige Einschnitt in ein naturschutzfachlich sehr bedeutendes Waldökosystem, den Hessenreuther Berg.
gez. Johannes Bradtka | Erbendorf/Pressath, 17. Mai 2009 | 1. Vorsitzender |
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