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Pressemitteilung 25.05.2011:
Keine „Hals über Kopf Planung“ von Windparks
In den vergangenen Wochen wurde häufig über konkrete Planungen von Windparks in unserer Region berichtet. Natur- und Umweltschützer, potentielle Investoren, Politiker und sogar Pfarrer äußerten sich über die Notwendigkeit derartiger Anlagen. Es war die Rede von Arbeitsplätzen, die dadurch geschaffen werden würden, was beim besten Willen nicht nachvollziehbar ist, und man wies auf die Bedeutung der Windkraft für die CO2 Reduktion hin - auch dieses Argument dürfte einer Ökobilanzierung sicherlich nicht standhalten. Auch der Einwand der nachhaltigen, sauberen Stromproduktion ist nach NDR-Recherchen doch sehr zu bezweifeln: http://www.epaw.org/multimedia.php?lang=de&article=re2
Keinerlei Rede war hingegen von den möglichen negativen Auswirkungen auf die hier lebenden Menschen, auf das Landschaftsbild, auf den Tourismus und schließlich auf die Gefährdungen einiger seltener und gesetzlich geschützter Tierarten (Fischadler, Schwarzstorch, Fledermäuse).
Seit dem tragischen Atomunglück in Japan hat die Diskussion um erneuerbare Energien, insbesondere um Windkraftanlagen, eine hysterische Dimension erreicht. Windkraftskeptiker und Landschaftsschützer haben Hemmungen, sich noch zu Wort zu melden und ducken sich weg, werden sie doch sofort als lebensfeindliche Atomlobbyisten in eine Schublade gesteckt.
Der Verein „Unser Hessenreuther Wald“ sieht der Zukunft unserer Heimat mit großer Skepsis entgegen. Wir fragen uns sorgenvoll, wie die Landschaft in einigen Jahren wohl aussehen wird. Ein großes Kapital der Landkreise Tirschenreuth und Neustadt a. d. WN, das weitgehend intakte Landschaftsbild mit großen naturnahen und ruhigen Erholungswäldern, soll der Gewinnung von Windenergie unüberlegt geopfert werden.
Unser Verein steht einer sinnvollen, durchdachten Gewinnung alternativer Energien durchaus positiv gegenüber. Wir wenden uns jedoch gegen eine „Hals über Kopf Planung“ von Windparks. Für Windparks geeignete Flächen (Vorranggebiete) müssen genau durchdacht und geprüft werden. Bei dieser Prüfung sollte auch eine Beteiligung von gemeinnützigen Landschafts- und Naturschutzvereinen angestrebt werden. Große zusammenhängende Wälder mit Erholungsfunktionen nach dem Waldfunktionsplan, Gebiete mit seltenen Vogelarten und Fledermäusen und landschaftlich markante Erhebungen sind hierbei als Ausschlussstandorte für Windräder festzuschreiben. Wir fordern für den Gesundheitsschutz der Menschen einen Mindestabstand zu Siedlungen und Einzelgehöften von „Nabenhöhe in Meter mal 10“.
Potentielle Windkraftstandorte müssen zukünftig von gemeinwohlorientierten staatlichen Instanzen (Landratsämter), nicht von naturgemäß eigennützig agierenden Windkraftbetreibern und Grundbesitzern vorgegeben werden. Wir fordern daher ein Moratorium bis zu einer endgültigen, rechtlich verbindlichen Festsetzung von Vorrang- und Ausschlussflächen im Regionalplan.
Erbendorf, Pressath, 25.05.2011
gezeichnet
Johannes Bradtka 1. Vorsitzender 
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 Wird so unsere Landschaft bald aussehen? Fotomontage des geplanten Windparks im nördlichen Hessenreuther Wald.
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